Schiiten

Als Schiiten werden die Anhänger der zweitgrößten Konfession des Islams,  der Schia, bezeichnet. Sie spalteten sich nach dem Tod Mohammeds von der anderen großen Konfession, den Sunniten ab und hat sich seitdem zu einem eigenständigen Glaubenszweig weiterentwickelt.

Die Entstehung der Schia:

Die Imam-Ali-Moschee in Hamburg ist nach dem ersten für die Schiiten rechtmäßigen Nachfolger Mohammeds benannt.

Die Imam-Ali-Moschee in Hamburg ist nach dem ersten für die Schiiten rechtmäßigen Nachfolger Mohammeds benannt.

Bis zum Tode Mohammeds 632 v. Chr. hatten Schiiten und Sunniten denselben Glauben und sahen sich alle als das einzig wahre Volk Gottes vereint, weil sie sich dem Glauben an ihren Gott voll hingaben – daher auch der Name „Islam“, der „Unterwerfung“ und „völlige Hingabe an Gott“ bedeutet. Als ihr Prophet allerdings überraschend verstarb, suchten die Menschen nach einem Nachfolger, der das Werk von Mohammed fortsetzen konnte. Einige von ihnen glaubten, es würde reichen, ein Mitglied aus Mohammeds Stamm zu erwählen und seinen Anspruch als legitimer Herrscher von einem Gelehrtenrat – Shura genannt – absegnen zu lassen. Andere waren sich dagegen einig, dass ein Nachfolger nur von Gott selber bestimmt werden konnte. Sie waren der Meinung, dass Gott noch zu Mohammeds Lebzeiten einen nächsten Nachfolger verkündet hatte und Mohammed selbst diesen in seinen Schriften erwähnte. Angeblich soll Ali, der Schwiegersohn des Propheten, dieser Nachfolger gewesen sein.

So kam es, dass diejenigen, die an einen von der Shura erwählten Herrscher sich „Sunniten“ nannten und an das Kalifat glaubten, also einen direkten Nachfolger Gottes und Herrscher auf Erden, und derjenigen, die sich zur Schia, also der Anhängerschaft Alis, zusammenschlossen und den Imam als ihr Oberhaupt ansehen.

Wesentliche Unterschiede im Glauben der Schiiten:

Seit ihrer Abspaltung von den anderen Konfessionen haben sich im Glaubensbild der Schiiten wesentliche Unterschiede herausgebildet. So zelebrieren die Schiiten beispielsweise Aschura, den zehnten Tag des Monats Muharram als Gedenktag an ihren dritten Imam Husain, der von Glaubensfeinden gequält und getötet wurde. Die Sunniten feiern dagegen Aschura als das Ende der Sintflut, welche Gott geschickt hatte, um die sündhaften Menschen wegzuspülen. Diese Sintflut soll vor Millionen von Jahren im sogenannten Pleistozän über die Menschheit gekommen sein. Dabei handelt es sich um ein Erdzeitalter, das den Übergang von der Eiszeit zur Wärmezeit darstellte und einen drastischen Anstieg des Meeresspiegels zur Folge hatte.

Darüber hinaus sind die Schiiten davon überzeugt, dass die Heilige Schrift der Muslime, also der Anhäger des Islams, von den Sunniten verfälscht wurde, um die wahre Herrschaftsfolge von Ali, dem Schwiegersohn Mohammeds, zu verschleiern. Aus diesem Grund lehnen die Schiiten auch die Rechte und religiöse Riten der Sunniten zum Großteil ab.

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